Wenn einer eine Reise tut...
Das Camperleben ist so schön. Freiheit und Abenteuer genießen, mobil die Welt erkunden, neue Orte und Menschen kennenlernen.
Aber ein wenig Komfort muss sein. Morgens warm duschen, Kaffee kochen, Radio hören, Fernsehen, Licht wollen wir auch haben, manchmal auch eine gemütliche Lichterkette um unser WoMo.
Man muss nur ein paar Tage auf einem der immer beliebter werdenden einfachen Stellplätze stehen und schon merkt man, wo die Freiheit beginnt, fehlt leider der Stromanschluss. Am zweiten Tag wird schon diskutiert, ob am Abend noch gelesen wird, um den Kaffee am nächsten Morgen nicht zu gefährden. Und den Motor tuckern lassen, um wieder etwas Strom zu gewinnen - bei den heutigen Kraftstoffpreisen unmöglich.
Also vergessen wir die Freiheit und suchen uns den nächsten Campingplatz? Die naturbelassenen Campingplätze haben nur selten Strom. Wir stehen also nur wegen der Stromversorgung eng neben unserem Nachbarn an der belebten Sanitär- und Versorgungsstation.
Was also tun? Es drängt sich beinahe der Gedanke auf, eine Solaranlage einzubauen. Technisch ist so eine Solaranlage sehr einfach aufgebaut und verrichtet dann auch lautlos und ohne weitere Wartung, bis auf gelegentliche Reinigung, ihren Dienst. Der anschließende Solarstrom ist kostenlos und ohne nervende Geräusche zu haben. Die meisten Hersteller geben jahrelange Garantien, teilweise bis 20 Jahre.
Haben wir den Entschluss gefaßt, eine Solaranlage zu montieren, sollten wir erst einmal überlegen, was wir alles damit betreiben wollen. Welche Größe soll die Anlage haben und kann sie selbst montiert werden, ist dann die nächste Frage.
Was ist überhaupt Solarstrom?
Die Solaranlage, oder Photovoltaikanlage, dient zur Gewinnung von Strom über die Strahlungsenergie des Sonnenlichts und wird in der Bordbatterie gespeichert. Die Solarzelle ist bei kristalliner Ausführung mit einelnen dünnen Siliziumscheiben bestückt. Diese sind damit der eigentliche Energieerzeuger eines Solarmoduls. Jede einzelne kristalline Scheibe wandelt das eingehende Sonnenlicht in Gleichspannung um. Die Solarzellen werden innerhalb eines Moduls miteinander verschaltet, um die gewünschte Spannung zu erreichen, die dann unsere Bordbatterie läd. Die einzelnen Zellen werden auf Glas oder auf spezielle Kunststofffolie gelegt, die dann als Rückseite unseres Solarmoduls dient. Mit Dichtungsmasse wird oben noch einmal gehärtetes Glas oder eine lichtdurchlässige Folie aufgebracht, die das Solarmodul abdeckt. Alles wird dann noch in einen stabilen Alurahmen gefaßt, um die fertige Solaranlage zu schützen, besonders vor Wind und Hagel.
Übrigens sind das die gleichen Solarmodule, die auf unseren Hausdächern Platz finden, eine spezielle Anfertigung für Wohnmobile ist nicht nötig. Deshalb können wir bein Einkauf auch auf die günstigen Preise der Massenanfertigungen zurückgreifen.
Man sollte beachten, ob eine 12-Volt oder eine 24-Volt-Batterie geladen werden soll. Es werden Solaranlagen mit einer höheren Nennspannung angeboten, diese sind für kleine Wohnmobile aber zu groß und passen selten auf das Dach, wenn auch noch mehrere Dachluken vorhanden sind. Dann einfach 2 Solarmodule in Reihe schalten, um die doppelte Spannung zu erhalten.
Solarstrom ist für den Freizeitbedarf keine billige Anschaffung und rechnet sich erst nach Jahren. Da es aber unser liebstes Hobby ist, geht es nicht um die Ersparnis sondern um den Gewinn an Freiheit und Unabhängigkeit.
Die Solaranlage funktioniert ähnlich wie ein Ladegerät, die unsere Bordbatterie aufläd. Dieser Strom wird so lange aufgenommen, bis die Regelung erkennt, die Batterie ist voll. Die weitere Ladung wird dann so lange unterbrochen, bis ein Verbraucher die Batterie wieder belastet. Dann schiebt der Solarregler wieder Strom nach. Sparen Sie nicht beim Kauf des Solarreglers, denn bei dessen Ausfall würde die Batterie gnadenlos überladen werden und die Spannung läge dann auch an den angeschlossenen Verbrauchern. Die Zerstörung durch Überspannung, nicht nur der Batterie, wäre gnadenlos.
Wie werden die Solarmodule aber befestigt ohne Löcher zu bohren, in die später Wasser eindringen kann?
Die einfachste Variante und gleichzeitig die günstigste ist das Aufschrauben auf vorhandene nicht genutzte Dachquerverstrebungen. Mit Bügelschrauben in U-Form lassen sich die Module etwa wie eine Dachbox anbauen. Das kann allerdings Windgeräusche beim Fahren erzeugen.
Solarmodule können auch aufgeklebt werden, allerdings ist auf eine ausreichende Unterlüftung zu achten. Beim Fahrzeugwechsel oder im Falle einer Garantierabwicklung sollte man die Anlage auch wieder abnehmen können. Es liegt nahe, das Solarmodul auf eine spezielle Halterung zu setzen. Jeder, der schon einmal selbst ein Hochdach aufgeklebt hat, kennt Sikaflex. Sikaflex hat so eine enorme Haltekraft, dass es sogar schwierig ist, Sikaflex von den Händen wieder abzubekommen. Das Sikaflex wird aus einer Handhebelpresse mit einem speziellen Haftreiniger und Primer in Verbindung mit Halterungen aus Polyurethan verwendet. Die einzelnen Arbeitsschritte sind sehr einfach und können nach der Klebeanleitung durchgeführt werden.
Es gibt verschiedene aufklebbare Dachhalterungen im Handel. Diese Halteprofile wurden speziell für Wohnmobile entwickelt und können von jedem geübten Heimwerker ohne Bohren auf dem Dach befestigt werden.
Detailfragen stellen Sie mir bitte per Mail an: info@ignitus.de, da der Chat noch nicht eingerichtet wurde. Ich bemühe mich, schnellstens zu antworten.
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